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Pressekritiken

HUSUM


<...> Und dann durfte man mit der überwältigenden Sofja Gülbadamova die einzige weibliche Debütantin dieser inhaltsschweren Raritätenwoche erleben. Es wurde, um im maritimen Bild zu bleiben, ein wahrer pianistischer Tsunami, den diese zart wirkende Russin im Laufe ihres opulenten Klavierabends zu entfesseln verstand. Da standen träumerische Miniaturen eines Reynaldo Hahn und Claude Delvincourt neben rhapsodischer Rasance des jungen Ernst v.Dohnányi, impressionistischer Klangzauber eines Claude Debussy neben dem frechen Satyr-Grinsen Francis Poulencs. Als Abschluss zu später Stunde Peter Tschaikovskys oft verkannte, kräftezehrende G-Dur Sonate op.37: ein rauschendes Feuerwerk voller ungebremster Vehemenz, musiktheatralischer Unbekümmertheit und nie nachlassender Intensität. Standing Ovations - auch dies eine absolute Rarität im Husumer Rittersaal!

Dr. Detlef Bielefeld

Quelle: Schleswig-Holsteiner Zeitungsverlag, Flensburger Tageblatt

HUSUM AUF ENTDECKUNGSREISE

(Dr.Michael Struck)

Die Husumer Konzerte mit „Raritäten der Klaviermusik“ ähneln gut komponierter Musik: Ihre Haupt-Höhepunkte liegen in der Mitte und am Ende der Konzertwoche.
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Einige Husumer Raritäten-Debüts hat man noch nach Jahren in Erinnerung. Das Konzert von Sofja Gülbadamova, die aus Moskau stammt, in Lübeck und Paris studierte und unter anderem in Kiel und Bordesholm für ihr fesselndes Spiel gefeiert wurde, dürfte künftig dazugehören. Nicht so sehr, weil ihr mehr als dreistündiger Abend am Donnerstag wohl das bisher längste Husumer Raritäten-Recital überhaupt ist (da ihr und Festivalleiter Peter Froundjian beim Programmplanen einfach zu viele spielenswerte Werke einfielen). Sondern weil sie das überreiche Programm von der ersten bis zur letzten Note mit frappierender Musikalität, Klangfantasie, tiefenentspannter Pianistik und einer erstaunlich vielfältigen Gestaltungspalette erfüllt. In Gabriel Faurés Ballade schwimmen dialogisierende Melodielinien in kristallklarem Figurationswasser umeinander. Eine (zu ausführliche) Auswahl aus Reynaldo Hahns „Le Rossignol éperdu“ atmet impressionistische Poesie, Claude Delvincourts putzig-skurrile „Croquembuches“ zeigen trockenen Humor. Den Klavierstücken op. 2, in denen der junge Ernst von Dohnányi seine Vorbilder von Schubert über Wagner bis Brahms aufmarschieren lässt, verleiht Gülbadamova – wie vor Jahren schon in Kiel – jugendlichen Überschwang. Nach Debussys Ballade und drei hübschen Poulenc-Novelletten hat die Pianistin dann noch Tschaikowskys „Grande Sonate“ op. 37 vor sich. Wie sie deren große rhetorische Gesten anpackt, sie bruchlos mit Lyrischem vermittelt und die vehementen Steigerungsphasen ebenso kraftvoll wie formbewusst gestaltet, lässt alle Skepsis gegenüber dem selten gespielten, aber oft beargwöhnten Werk gegenstandslos werden. Unter weniger extremen Spielumständen wird die Pianistin einige Dynamikangaben wohl noch ernster nehmen und die extrem gedehnten „sprechenden“ Pausen noch stärker ausreizen. Der überwältigende Abend endet mit Bravos, Standing Ovations und zwei lyrisch-erfüllten Zugaben (Tschaikowsky, Schubert). Sofja Gülbadamova, die internationale Beachtung verdient, dürfte in Husum nicht zum letzten Mal aufgetreten sein. ms

Quelle: http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Kultur/Husum-auf-Entdeckungsreise

Trois concertos par Sofja Gülbadamova

mercredi 25 avril 2012 par Christian Lorandin

Impressionnant. Alors que la plupart des concerts nous offrent un programme traditionnel composé d’une ouverture, d’un concerto et d’une symphonie en deuxième partie, Sofja Gülbadamova s’impose comme soliste de trois concertos dans la même soirée. Et quelle soliste !
Lauréate de nombreux concours en Europe et aux États-Unis, la jeune pianiste – que nous avions déjà remarquée lors d’un concert au Festival des Nuits du Suquet à Cannes il y a quelques années – met son immense talent au service de trois des plus merveilleuses partitions pour piano et orchestre du répertoire. Pétillante et capricieuse à souhaits dans le dernier mouvement du Concerto en ré majeur de Haydn, Sofja Gülbadamova se fait très expressive dans l’Andante et traduit parfaitement l’équilibre classique de tous les éléments contrastés du Vivace initial. La simplicité domine, sans arrière pensée stylistique, la musique se déploie dans toute son intelligence et toute son expression.
Entraînant mais jamais hystérique, expressif mais jamais larmoyant, le jeu de Sofja Gülbadamova se fait littéralement bouleversant dans l’Andante du concerto de Mozart. La pianiste comprend à merveille son rôle de narrateur dans ce poignant mouvement et nous confie sa belle âme d’artiste. Elle conclut cette page avec une verve incomparable et bondissante.
Le Concerto n°1 de Chopin est l’occasion pour Sofja Gülbadamova de déployer son admirable jeu narratif ; elle détaille les phrases avec le plus grand naturel, joue le jeu des passions, s’épanouit dans le grand legato du bel canto chopinien, et insuffle au dernier mouvement une espièglerie contrôlée qui ravit.
Artiste touchante, sincère et inspirée, au jeu sans ambages et engagé, au beau son de piano plein et rond, Sofja Gülbadamova nous inspire cette réflexion du grand violoniste Ivry Gitlis : « La musique sans noblesse d’âme est parole creuse. » Les musiciens de l’Orchestre de Chambre de la Nouvelle Europe et Nicolas Krauze, chef très attentif et précis, suspendus au discours de la pianiste, prêts au dialogue, collaborent avec talent au succès de ce concert.

Quelle: http://classiqueinfo.com/Trois-concertos-par-Sofja.html?lang=fr

Bild: Sofja Gülbadamova © Elisabeth Heinemann

 

... erschienen am 03.12.2011

Als würden zarte Finger Perlen sticken
Eine wundervolle Pianistin begeistert im Freiberger Sinfoniekonzert

Freiberg. Wenn Mozart in Prag war, fühlte er sich glücklich unter Freunden und aufgeschlossenen Musikern. Sein "Figaro" hatte hier die erste wirkliche und nachhaltige Resonanz, "Don Giovanni" wurde uraufgeführt, eine seiner größten Sinfonien, die in D-Dur KV 504, brachte er mit an die Moldau, um sie hier aus der Taufe zu heben. Dieses Werk, später als Prager Sinfonie bezeichnet, ließ Jan Michael Horstmann seinen Musikern der Mittelsächsischen Philharmonie auf die Pulte legen - das Dezember-Sinfoniekonzert hatte das Motto "Mozart auf der Reise nach Prag".

Wie Perlenstickerei
Auf ganz und gar böhmische Weise muss natürlich etwas rein in dieses Programm. Wenn schon, dann Antonin Dvorák, und dessen Klavierkonzert g-Moll op. 33 ist bestens geeignet. Auch deshalb, weil es viel vom dem musikalischen Wesen und Gedankengut des tschechischen Volkes, das Mozart sehr schätzte, weiterträgt und in sinfonische Bereiche hebt. Und das hatte in der Freiberger Nikolaikirche am Donnerstagabend eine Begegnung zur Folge, die dem Konzertpublikum der Bergstadt wohl nicht so schnell aus Kopf und Gemüt schwinden dürfte. Eine Pianistin, wie man sie selten hören und erleben kann, die junge Russin Sofja Gülbadamowa eroberte die Herzen wie weiland Mozart in Prag. Sie spielt Klavier, als würde sie mit zarten Fingern Perlen sticken, so leicht im Anschlag, dass es wie ein Wunder wirkte. Eine nahezu klassische Auffassung des Werkes in klarer und geradlinig genauer Spielweise war die Folge ihres unbeschwerten Klavierspiels.

Harte Probe für die zarte Kraft
Das Klavierkonzert stand am Anfang des Programms, sonst nicht üblich in der Konzertdramaturgie, und bei aller Prächtigkeit der Prager Sinfonie Mozarts dann am Schluss - der Höhepunkt war diese Pianistin. Dass sich Horstmann mit den Philharmonikern im ersten Satz, dem Allegro agitato, noch nicht so recht auf den Stil der Pianistin einstellte, brachte Einbußen an Homogenität mit sich. Er holte den Orchesterpart in romantischer Fülle hervor, es gab dann Stellen, die den Klavierpart überspielten. Vom feinsinnigen Andante sostenuto des zweiten Satzes an war das beiderseitige Verständnis dann auf gleicher Ebene, und das Ganze endete in tänzerischer Verspieltheit, heiter und froh. Die Zugabe war allein diesem außergewöhnlichen Klavierspiel gewidmet, Franz Schuberts Impromptu Ges-Dur - ich habe es in solch poetischer Schönheit noch nicht gehört.
Die zarte Kraft der Poesie wurde auch gleich auf die Probe gestellt, denn das folgende Werk hätte sie löschen können. Ulrich Leyendeckers Evocatione für Orchester hat von Poesie rein gar nichts. Die Komposition nimmt sich die Beschwörung an sich vor und benutzt dazu Motive aus der Komtur-Szene des "Don Giovanni" Mozarts. Konstruiert und montiert, aber kaum sinnlich, die wahre Beschwörung musste auf sich warten lassen bis zur Prager Sinfonie. Und das war eine tolle Orchesterleistung, beschwörerisch tatsächlich in der großen Spanne von Bedrohlichkeit, auftrumpfender Energie und heiterer Versonnenheit. Mozarts Prag, Dvoráks Heimat.

erschienen am 03.12.2011 ( Von Reinhold Lindner )
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/KULTUR/Als-wuerden-zarte-Finger-Perlen-sticken-artikel7836719.php

2010

Zum Konzert vom 31. Januar 2010
Festival Semanas Musicales de Frutillar, Chile
Werke von Chopin, Poulenc und Liszt


[...] Die russische Pianistin Sofja Gülbadamova (1981) spricht akzentfrei Deutsch. Sie lebt seit 13 Jahren in Deutschland und konzertiert gegenwärtig im Pendelverkehr zwischen Paris und Hamburg. In Frutillar gab die junge, bescheidene Frau mit dem ausgeprägten Sinn für Humor und dem absoluten Gehör einen denkwürdigen Abend, in dem sie Werke von Frédéric Chopin, Francis Poulenc, Johannes Brahms und Franz Liszt musizierte. Die Fantasie in F Moll op. 49 des Polen spielte sie zunächst ernst und verhalten, um sich dann zu einer ungemein kraftvollen Darbietung zu steigern. Während dieser wahrhaften Vulkanausbrüche war sie stets auf Klarheit und Transparenz bedacht. Bei Poulenc schaffte sie gleich zu Beginn Atmosphäre und verlor bei den schnellen Akkordfolgen nie den Sinn für die Melodie. Es ist bekannt, dass Johannes Brahms sich im privaten Um-gang heiter und gemütvoll verhalten konnte. Er selbst hat aber einmal gesagt, dass seine gesamte Musik einen ernsten Charakter habe. Genau dies drückte Sofjia Gülbadamova in der Fantasie op. 116 aus: norddeutsche Schwere verbreitete sich aufwühlend-ruhelos im Saal, obwohl die langsamen Sätze durchaus entspannt ertönten.
Hatte die Pianistin bis dahin die breite Palette ihrer Ausdrucksmöglichkeiten eindrucksvoll gezeigt, so entfesselte sie mit Franz Liszts Spanischer Rhapsodie S. 254 noch ein zusätzliches Gewitter. Eine feurige Steigerung folgte der anderen. Die fulminanten crescendi meisterte sie ebenso gekonnt wie die überraschend angenehmen diminuendi. Das höllisch schwere Finale ließ den Atem anhalten. [...]

WALTER KRUMBACH
http://www.condor.cl

DARMSTÄDTER ECHO • 16. NOVEMBER 2009

Balladen und Fantasien Konzert
Die Ausnahme-Pianistin Sofja Gülbadamova begeistert in Darmstadt

DARMSTADT. Wow - das war ein Anfang. Die Ballade Nr. 1 g-moll von Chopin spielte die russische Pianistin Sofja Gülbadamova bei ihrem Klavierabend im Kennedy-Haus mit feinst dosiertem Pedal und füllte jeden Atemzug mit Wärme. Ihre Oktaven maß sie perfekt. Dazu schüttelte sie furiose Läufe mühelos aus dem Ärmel. Ein herber Bass und sonore Mittelstimmen vervollkommneten das Klangbild.
Sechs Balladen und acht Fantasien von Brahms und Chopin standen auf dem Programm des Konzerts der Darmstädter Chopin-Gesellschaft. Großes Klavierspiel demonstrierte die Künstlerin in den Brahms-Fantasien op.116 mit Farbenreichtum, tiefer Seele und enormer technischer Leistungsfähigkeit. Energiegeladen intonierte sie das einleitende „Presto", sicher und versiert im Griff. Changierend und sinnierend schloss sich das „Andante" an. Kräftige Akkordgänge produzierten im „Allegro appassionato" saftige Klänge.
Kontrastreich nahm Gülbadamova im „Adagio" Vehemenz aus dem Spiel, säuselte verträumt, zwang den Hörer zur Konzentration. Jede Note ist bei ihr geschliffen, dazu bedient sie das Pedal, dass man ins Schwärmen gerät: Voll Präzision trennt sie Klänge oder lässt sie blumig verschmelzen. Verblüffend drückte sie im „Andante con grazia" aufs Tempo und übersetzte die Unruhe, die in der Melodie angelegt ist, in Musik. Das „Andantinio" fütterte die Pianistin mit Selbstzweifel, Schmerz, Fragilität. Hier trug sie förmlich die Bürde des alten Meisters Brahms, so wie sie es im ersten Teil des Abends in dessen vier Balladen op. 10 getan hatte: klanglich überzeugend (Andante op. 10 Nr. 1), mit pochenden Schicksalsschlägen in Moll und zwingender Poesie (op. 10 Nr. 2) sowie ausdauernder dynamischer Gestaltung (op. 10 Nr.4 „Andante von moto").
Zum Ende noch einmal Chopin: Die Fantasie op. 49 f-moll rauschte blühend dahin. Dazu kamen zwei interessante Zugaben: das Intermezzo op. 2 von Ernst von Dohnanyi (1877-1960) präsentierte Gülbadamova ähnlich inspiriert wie zuvor die späten „Fantasien op.116" von Brahms. Die völlig gelöst und elegisch gespielte „Träumerei" von Tschaikowsky war eine Erinnerung an ihre Moskowiter Heimat. Hier war eine Ausnahmekünstlerin zu hören. • mm

 

Aktuelle CDs Vorhang auf für die junge Künstlerin! Mit dieser CD-Einspielung liegt nun die zweite Zusammenarbe...

SOLO... Klavierkonzerte solo

KAMMER... Kammermusikkonzerte

ORCHESTER... Konzerte mit Orchester