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Oper in vier
Akten und sieben Bildern von Giuseppe Verdi Libretto von Antonio
Ghislanzoni – in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
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Die stimmungsvolle
Seebühne im Elbauenpark ist wie geschaffen für prunkvolle Theateraufführungen.
Nach dem großen Erfolg der "Carmina burana" inszenierte nun Generalintendant Max
K. Hoffmann in der eindrucksvollen Kulisse die wohl großartigste aller
Prunkopern: Giuseppe Verdis ägyptische Tragödie "Aida". Mit einem riesigen
Aufgebot an Sängern, Chor, Orchester, Ballett und Statisten, einer prachtvollen
Ausstattung – unter anderem mit lebenden Tieren – wird die Open-Air-Oper zu
einem stimmungsvollen Erlebnis. Über die bekannten "Show-Szenen", allen voran
der Triumph-Akt, gerät jedoch zuweilen in den Hintergrund, dass die Handlung
eigentlich ein Beziehungsdrama weniger Personen ist. Die effektvollen Tableaus
dienen mehr der Konvention der "Großen Oper", als dass sie für die Tragödie
zwischen Aida und Radames von Belang sind. Musikalisch ist "Aida" als eine
Synthese zwischen herkömmlicher Nummernoper, Einflüssen Meyerbeers, Richard
Wagners Leitmotivtechnik, orientalischem Kolorit und Verdis unverkennbarem
Personalstil zu bezeichnen. Als exemplarisch zum einen für Verdis
Instumentationskunst, zum anderen für den intimen Charakter vieler Passagen der
Oper kann die Nil-Szene gelten, in der es Verdi in genialer Weise gelang, die
beinahe magische Atmosphäre des nächtlichen Nilufers einzufangen. Am Wasser des
Magdeburger Elbauensees ist diese Szene einer der stillen Höhepunkte der
Inszenierung. |