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RICHARD-WAGNER-VERBAND MAGDEBURG E.V. GRÜNDUNG 1909 • WIEDERGRÜNDUNG 1990 |
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MUSIKREISEN 2008 - das besondere Konzert in Berlin: |
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Der Wagnerverband besuchte am 10. Juni in der Berliner Philharmonie die Aufführung der längst vergessenen Kantate "Die Geisterbraut" von Antonin Dvorak (in deutscher Sprache). Die junge Dirigentin Kerstin Behnke erweckte die zu Unrecht vergessene Chorkantate "Die Geisterbraut" von Dvorak zu neuem Leben. Ganz ohne Zweifel hat sich die Mühe der Ausgrabung dieses wertvollen musikalischen Schatzes gelohnt. Dies bewiesen eindeutig die engagierte, geradezu hingebungsvolle Interpretation sowie der nicht enden wollende Beifall des Publikums. Antonin Dvorak schrieb das Stück, das 1885 in Pilsen uraufgeführt wurde, in tschechischer Sprache. Als Vorlage diente ein Balladentext seines Landsmannes K. J. Erben. Die Dichtung hat die alte Geschichte, dass ein Mädchen von seinem toten Bräutigam besucht und entführt wird, zum Inhalt. Das romantische Sujet liegt auch der Ballade "Lenore" von Gottfried August Bürger zu Grunde. Im Gegensatz zu Bürgers Lenore wird bei Dvorak das Mädchen aber erlöst. Es erklingen sehnsuchtsvolle Motive, schauerlich-gespenstische, nächtliche Friedhofs-Atmosphäre charakterisierende Stellen, den Krieg symbolisierendes Klanggetöse. Die Hölle ist nicht fern, das Jungfrauengebet - ein Höhepunkt der Kantate - bringt die Erlösung. Kerstin Behnke dirigierte souverän drei Laienchöre (die Berliner Cappella, den Karl-Forster-Chor und den Studio-Chor Berlin), begleitet von den Brandenburger Symphonikern. Die wunderbar homogen singenden Chöre übernahmen die Rolle des Erzählers, im letzten Part des Werkes wurden sie Teil des Geschehens. Das Orchester spielte äußerst differenziert und klangvoll, die Solisten musizierten faszinierend. Faszinierendes boten auch die Gesangssolisten: die Sopranistin Manja Neumann als Braut, der englische Tenor David Mulvenna al Bräutigam, der Bariton Rainer Scheerer als Erzähler. Möge die Dvoraksche Geisterbraut erlöst bleiben und sich recht, recht viele Konzertsäle erobern!
Astrid Eberlein
Zur Geisterbraut: In der Geisterbraut wartet ein junges Mädchen seit Jahren vergeblich auf die Rückkehr ihres Bräutigams aus dem Krieg und bittet im Gebet um dessen Wiederkehr. Kurz darauf klopft es an der Tür und ihr Geliebter kehrt tatsächlich zurück. Er überredet das Mädchen, sie noch in dieser Nacht zu seinem Haus, welches eigentlich sein Grab ist, zu begleiten. So stürmen die beiden durch die Nacht, wobei er sie nach und nach dazu verleitet, die Insignien ihres Glaubens - Rosenkranz, Gebetbuch und Kreuz - fortzuwerfen. Schneller und schneller rasen die beiden durch die Nacht, bis sie an einer Friedhofsmauer ankommen. Dort weist der Bräutigam sein Mädchen an, über die Mauer zu springen, diese aber bittet ihn, doch als erster den Sprung zu wagen. Nichtsahnend setzt er über die Mauer, woraufhin das Mädchen die Flucht ergreift und Schutz in einer Kapelle sucht. Dort liegt allerdings ein Leichnam aufgebahrt, der nun von dem Bräutigam dreimal beschworen wird, sich zu erheben und den Riegel der schützenden Kammer von Innen zu öffnen. Ein flehendes Gebet des Mädchens lässt den Leichnam immer wieder auf sein Bett zurücksinken. Schließlich kräht der Hahn und macht dem ganzen Spuk ein Ende.
Zu Kerstin Behnke: Am 13. April dieses Jahres führte Kerstin Behnke mit der magdeburgischen philharmonie und der Berliner Cappella (künstlerischer Leiter: K. Behnke) im Konzerthaus Berlin mit großem Erfolg den "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie "Erlkönigs Tochter" op. 39 von Niels Wilhelm Gade auf. Weitere gemeinsame Unternehmungen sind geplant. In der Spielzeit 1997/98 absolvierte K. Behnke am Magdeburger Theater eine musikalische Hospitanz bei der Produktion "Don Giovanni" unter der musikalischen Leitung von Jan Michael Horstmann und der Inszenierung von Anja Sündermann. Fragen bezüglich der Kantate "Die Geisterbraut" beantwortet Ihnen Kerstin Behnke gern. >>> www.kerstin-behnke.de |