Prolog 2005

Magdeburg. Im Herbst des Jahres 2001 gab es einen Probelauf eines Musikinformationszentrums für Zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt.

Dieser war vom Kultusministerium des Landes getragen und umfasste zum einen eine Recherche der bestehenden Aktivitäten auf diesem Gebiet und zum anderen eine Bedarfsermittlung für ein solches Zentrum. Das Interesse war groß, Ideen gab es viele und die meisten waren sich einig: Wir brauchen dieses Zentrum!
Nun ist es wahr.

HERBST 2005
Unter dem Dach des neugegründeten Kompetenzzentrums im Konservatorium Georg Philipp Telemann wurde eine Bleibe gefunden. Damit konnte eine Anlaufstelle mit festen Öffnungszeiten für Organisationen und Institutionen ebenso wie für Privatpersonen und Fachkreise, die Informationen über das zeitgenössische Musikleben in Sachsen-Anhalt in seiner gesamten Breite bereitstellt, geschaffen werden. Damit ist die Aufarbeitung und Fortschreibung der sachsen-anhaltischen Musikgeschichte, die nicht verloren gehen darf, weitgehend gewährleistet.

Ziel ist eine ständige, kontinuierliche Information und Dokumentation über Komponisten, Interpreten, Festivals, Wettbewerbe, Konzerte usw. als regelmäßig erscheinendes Faltblatt, um die zeitgenössische Musik und ihre Veranstaltungen einer möglichst breiten Interessentenschicht kompakt zugänglich zu machen und aus ihrem „Nischendasein“ herauszulösen. Geplant ist auch eine verstärkte Heranführung von Kindern und Jugendlichen der allgemeinbildenden Schulen und auch Musikschulen an die zeitgenössischen Werke.

Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte, Workshops und Komponistenportraits werden vom Zentrum organisiert.

Die regionale-, überregionale- sowie internationale Präsentation des zeitgenössischen Schaffens aus Sachsen-Anhalt ist notwendig, weil dieses Schaffen, gleich ob avantgardistisch, „neu“, gemäßigt, konservativ oder reaktionär, eine Sondersphäre der Kultur ist.
Die neue Musik gilt als Subsystem im Subsystem der Kunstmusik. „Neue“ Musik wird ähnlich in fast rührender Ahnungslosigkeit bestaunt wie exotische Fächer des Wissenschaftssystems, deren Legitimität man nicht in Frage stellt, weil man sie ohnehin nicht versteht.