NEUIGKEITEN

Klick auf das Bild öffnet PDF-Booklet 2009

Zweite CD mit Komponisten aus Sachsen-Anhalt

KOMPONISTEN AUS SACHSEN-ANHALT Vol. 2 - 2009

Mit der CD „Komponisten aus Sachsen-Anhalt“ Vol. 2 wird ein weiteres Unterrichtsmaterial vorgestellt. Es macht uns mit Streichquartetten des 20. Jahrhunderts vertraut und wird in besonderem Maße den Forderungen der Rahmenrichtlinien für den Musikunterricht in Sachsen-Anhalt gerecht.


Das Musikalische Kompetenzzentrum für zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt hat mit Thomas Müller, Wolfgang Stendel, Peter Petkow und Gerhard Wohlgemuth zum einen vier repräsentative zeitgenössische Komponisten Sachsen-Anhalts ausgewählt und zum anderen vier sehr unterschiedliche Streichquartette, die musikalische Fantasie und Neugierde anregen, deren verschiedene Formenmodelle das Verständnis für musikalische Gestaltungsformen und -regeln vermitteln und herausbilden helfen und deren Zeitdauer die jugendlichen Hörer und Hörerinnen nicht überfordern dürfte.

Zudem liefert das Minguet-Quartett aus Köln eine überzeugende professionelle Interpretation ab.

Klick auf das Bild öffnet PDF-Booklet 2007

Erste CD „Komponisten aus Sachsen-Anhalt“

KOMPONISTEN AUS SACHSEN-ANHALT Vol. 1 - 2007

Ich freue mich, Ihnen heute ein qualitativ hochwertiges Resultat unserer Arbeit im Musikinformationszentrum zeitgenössische Musik vorstellen zu dürfen.
Vor uns liegt die erste CD „Komponisten aus Sachsen-Anhalt“, die den Grundstein für eine Reihe von Aufnahmen bilden soll. Eingespielt wurde die Aufnahme von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie unter der Leitung von GMD Christian Simonis.


Dieses Projekt erfüllt eine Forderung der "Initiativgruppe zeitgenössische Musik" aus dem Jahr 2000, die nun endlich in die Realität umgesetzt werden konnte und den Grundstein für eine hoffentlich umfangreiche Audio-Dokumentation des zeitgenössischen Musiklebens in Sachsen-Anhalt bildet.
In dem Positionspapier der Initiativgruppe, das anlässlich des ersten Tages der zeitgenössischen Musik von den Teilnehmern verabschiedet wurde, heißt es: „Das zeitgenössische Musikschaffen aus Sachsen-Anhalt muss in allen Regionen des Landes „gehört“ werden. Dazu muss es besser als bisher präsentiert werden. Folgende Maßnahmen sind notwendig:
a) Tonträgerproduktionen, in denen das Schaffen der im Lande lebenden Komponisten dokumentiert und vorgestellt wird.
b) Publikationen zum zeitgenössischen Schaffen.
Verstärkte Heranführung von Kindern und Jugendlichen an zeitgenössische Werke in den allgemeinbildenden Schulen (auch Musikschulen) des Landes.“

Vor uns liegt eine CD mit Orchesterwerken von
Dieter Nathow (1937-2004),
Stojan Stojantschew (*1931) und
Klaus-Dieter Kopf (*1941).


Zu hören sind: Nathow – Konzert für Violine und Orchester (1973) – hier ist der Solist: Wolfgang Hasleder -, Stojantschew: Telemann – Variationen und Inspirationen (1989) und Kopf: Orchestersuite Nr. 2 – „Gedankenspiele“(2006).
Die drei Kompositionen von Komponisten einer Generation bilden einen Querschnitt verschiedener Handschriften von 1973 bis 2006. Außerdem stellen die Telemann-Variationen und –Inspirationen einen direkten Bezug zu kulturellen Tradition der Landeshauptstadt Magdeburg her. Die hier vorgestellten Komponisten haben sich intensiv für den musikalischen Nachwuchs in unserem Bundesland eingesetzt und ihn ausgebildet. Klaus-Dieter Kopf zum Beispiel gründete bereits 1976 die erste Komponistenklasse der damaligen DDR an der Telemann-Musikschule in Magdeburg, dem heutigen Konservatorium.. Später wurden die jungen Komponisten von Stojan Stojantschew (bis 1992) und Dieter Nathow (bis 2002) gefördert.

Die CD wurde in zwei Varianten produziert - zum einen als Handhabe für Lehrkräfte im Fach Musik und zum anderen als Dokumentation des zeitgenössische Musikschaffens in Sachsen-Anhalt für Archive, Bibliotheken und interessierte Personen. Die Variante für die Schulen umfasst zwei CDs. Auf der zweiten CD befinden sich 60 einzelne Tracks aus den drei Werken, die in einem ausführlichen Begleitheft für die Lehrer mit Notenmaterial und Begriffserläuterungen didaktisch aufgearbeitet sind. Dies soll in einer Präsentation speziell für die Schulen am Beginn des neuen Schuljahres vorgestellt und erläutert werden.
Das Projekt eröffnet und ermöglicht den Schülern und Jugendlichen einen ersten Zugang zu einer besonderen zum Teil noch fremden Form der Musik sowie zu Komponisten aus unserem Bundesland, was einerseits die Vermittlung von neuer und neuester Musikkultur des Landes bedeutet, andererseits ein Beitrag zu einer Repertoirebildung im Bereich der neuen Musik ist.

Die Ausgabe für die Schulen wird Anfang des neuen Schuljahres, nach Absprache mit dem LISA, das diese Edition sehr begrüßt, verteilt werden. Gemeinsam mit dem Fachberater für Musik, Herrn Bernd Krause, den Komponisten Klaus-Dieter Kopf und Stojan Stojantschew, sowie dem GMD Christian Simonis wollen wir die Musiklehrer einladen, die CD vorstellen und Anregungen zur Handhabung geben.

Die Ausgabe mit einer CD, auf der die drei Werke sind, begleitet ein umfangreiches Booklet mit Biografien und ausführlichen Werkbesprechungen.
Hintergrund ist das Nichtvorhandensein von qualitativ hochwertigen Einspielungen zeitgenössischer Musik aus Sachsen-Anhalt. Diese sollen sowohl für den Unterricht Verwendung finden als auch die Musikgeschichte unseres Bundeslandes über dessen Grenzen hinaus dokumentieren – in Archiven, Bibliotheken u.ä.

Zu danken ist den Musikern und Musikerinnen der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie für die hohe Motivation und der akribischen Arbeit des Chefdirigenten GMD Christian Simonis bei den Tonaufnahmen für die CD sowie dem Violinisten Wolfgang Hasleder, der sich vom Schönebecker Klangkörper inspirieren und tragen ließ.

Die CD soll ein Grundstein werden für das zu schaffende Archiv im Musikalischen Kompetenzzentrum, das einen wichtigen Teil der Musikgeschichte unseres Bundeslandes Sachsen-Anhalt dokumentiert, der sonst unweigerlich früher oder später verloren geht, da die betroffenen Komponisten stets älter werden und z.T. schon verstorben sind. Damit verschlechtert sich die Material- und Informationslage drastisch.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Ermanno Wolf-Ferrari (1876-1948),der sagte:

„Ich scherze nicht, wenn ich sage, dass es beinahe ein Unrecht ist, als Komponist zu leben. Bis 1800 führte man Lebende auf, vielleicht weil es billiger war, diese zum Komponieren zu kaufen, als Noten... abschreiben zu lassen. Aber seit der Lithographie wurde der tote Komponist geboren. Das bedenken wenige; nämlich dass es nicht immer so war. Mit jedem guten Komponisten, der stirbt, kommt ein Toter mehr an die Reihe: Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, dass heutzutage mindestens 2/3 aller Kräfte den Toten gewidmet sind. Wenn es so weitergeht, muss man überlegen, ob Komponisten nicht lieber tot auf die Welt kommen sollten.“


Damit dem nicht so ist, müssen die lebenden Komponisten und die Musica viva erheblich gefördert werden, wozu das Informationszentrum und eben auch die Ausgabe dieser ersten CD einen nicht unwesentlichen Beitrag leisten kann.

Erwerben können Sie die CD zu einem Preis von 10,- € zzgl. Versandkosten über das Musikinformationszentrum zeitgenössische Musik - infozentrumzgm@aol.com und ab September in den Räumen des Konservatoriums.

Kerstin Hansen
Magdeburg, 12.07.07