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Bilanz 2007/2008
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Bilanzpressekonferenz am 21. Juli, 11.00 Uhr, Gerberhof, Hoock 10, Stendal
Anwesend: Klaus Schmotz, Oberbürgermeister Markus Dietze, Intendant TdA
Eröffnet wurde die Bilanzpressekonferenz vom Stendaler Oberbürgermeister Klaus Schmotz. Gleich zu Beginn konnte er das Highlight der Bilanz nennen. Es sind die 65.472 Besucher, die in der vergangenen Spielzeit die Vorstellungen des TdA besucht haben. Als letzte Besucherin wurde letzten Sonntag die 75 jährige Irmela Güde aus Arendsee in der dortigen Sommertheatervorstellung von „Was ihr wollt“ begrüßt.
Aus den Besucherzahlen schlussfolgernd lobte Klaus Schmotz die Arbeit der Mitarbeiter des Theaters und seines Intendanten Markus Dietze und verband damit sein herzliches Dankeschön an das gesamte Ensemble. Euphorisch verlieh er dem Haus den Titel: „Das schönste Theater der Altmark der Welt“ Gleichzeitig gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass die nun nachfolgende, die „echte“ Spielzeit, am Ende eben solche Erfolge verbuchen möge.
„künstlich“ - eine überaus erfolgreiche Spielzeit Schon im zweiten Jahr in Folge konnte das Theater der Altmark im Vergleich zur letzten Spielzeit einen sehr deutlichen Besucherzuwachs verbuchen. Dieser lag in der Spielzeit 2007/2008 bei fast 20%. Erstmals seit acht Jahren wurde auch die „magische Grenze“ von 60.000 Besuchern wieder überschritten.
65.472 Zuschauer sahen die Vorstellungen des TdA in Stendal, in der Altmark und bei den Gastspielpartnern in und außerhalb Sachsen-Anhalts. Dieses Rekordergebnis verdankt das Theater der Altmark vor allem einem gestiegenen Zuschauerinteresse in allen Spielplanbereichen.
527 Vorstellungen Wiederum konnte das TdA seinem Publikum deutlich mehr als 500 Vorstellungen bieten. Besonders bemerkenswert ist, dass wegen der anhaltend starken Publikumsnachfrage so viele Produktionen wie noch nie in eine folgende Spielzeit übernommen werden können.
50,2 % Gastspiele Auch in der „künstlichen“ Spielzeit 2007/2008 hat das Theater der Altmark seine Verpflichtungen als Landestheater zuverlässig erfüllt. 50,2 % der Vorstellungen der Eigenproduktionen fanden außerhalb des Sitzortes statt. Besonders profitierten nicht nur der Landkreis Stendal, sondern Spielorte in ganz Sachsen-Anhalt und also auch der Altmarkkreis Salzwedel von der Tatsache, dass das TdA seinem Auftrag zur flächendeckenden kulturellen Daseinsvorsorge nach wie vor mit unverändert starkem Engagement nachkommt.
( In seinem Statement wies der Intendant auf die am 21. Juli in der „Volksstimme“ u. a. erschienene Schülerentwicklung in Sachsen-Anhalt hin, die mehr als eine Halbierung der Schülerzahlen ausweist. Vor diesem Hintergrund hob er die stabilen Zuschauerzahlen besonders im Kinder- und Jugendbereich hervor.)
Höhepunkte der Saison - im Spiegel der Presse DIE DREIGROSCHENOPER • 6.144 Zuschauer • Gesamtauslastung 91% »Die Inszenierung von Markus Dietze schwelgt in opulenten Bildern. All das entfaltet lebhaften Volkstheater-Charme, mit grellen Damen-Kostümen.« [Mitteldeutsche Zeitung, 17.02.2008] »Brecht würde ganz genüsslich an seiner Zigarre ziehen und wohl sehr zufrieden sein: ‚Was für ein frecher, frischer und ironischer Blick auf mein Werk!’ « [Stendaler Volksstimme, 10.09.2007]
DIE COMEDIAN HARMONISTS • 4.495 Zuschauer • Gesamtauslastung 98% »Die Comedian Harmonists feierten im TdA eine brillante Wiederauferstehung. Was die Darsteller leisten, ist sehens- und hörenswerte Schauspielkunst.« [Altmark Zeitung, 26.11.2007] »Mit darstellerischem Profil und hohem gesanglichen Können gelang es, das wechselvolle Schicksal des Sextetts aufzubereiten.« [Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide, 21.01.2008]
NATHAN DER WEISE • 4.346 Zuschauer • 33 Vorstellungen • Gesamtauslastung 97% »Markus Dietze geht mit seiner Inszenierung den Weg zu einem kühlen, ganz und gar schmucklosen Diskurs und erreicht damit eine ganz besondere Theater-Intensität.« [Cuxhavener Nachrichten, 14.11.2007]
Theater im Klassenzimmer Eines der wichtigsten Standbeine des Theaters der Altmark
FLASCHE LEER • Schon seit drei Spielzeiten sorgt der mittlerweile schulhofweit bekannte Schauspieler Patrick Schnicke für viele Irritationen, wenn er, deutlich alkoholisiert, ins Klassenzimmer stürmt. Das für das TdA geschriebene und mittlerweile in einer 2. Inszenierung am TdA zu erlebende Stück wurde in dieser Besetzung 94-mal vor über 2.000 jugendlichen Zuschauern aufgeführt.
ERSTE STUNDE • Der Titel ist wörtlich gemeint. Ein Neuer kommt in die Klasse. Und das Angebot, das er seinen Mitschülern macht, klingt verführerisch: »Ihr könnt die ersten fünf Minuten mit mir machen, was ihr wollt«. Die Schüler, die in insgesamt 46 Vorstellungen dazu aufgefordert wurden, reagierten sehr unterschiedlich. Die Palette reichte vom verlegenen Lächeln bis zu handgreiflichen Aktionen. Das Spiel im Klassenzimmer wurde so mit jeder Aufführung zu einem Experiment mit offenem Ausgang. TYPE OF THE TOWN • Lust auf das Erlernen einer Fremdsprache sollen die Schüler bekommen, wenn sie »Type of the Town« sehen. Mit dem am Theater der Altmark eigens dafür entwickelten deutsch-englischen Klassenzimmerstück hatten auch Englisch-Lehrer erstmalig Gelegenheit, ihren Unterricht mit einem Klassenzimmerstück zu bereichern. Wegen der großen Nachfrage wird diese Inszenierung in die nächste Spielzeit übernommen.
Theater und ästhetische Bildung »Theatermäuse« heißt der Spielplatz für die Jüngsten im Theater. Schüler von der 4. bis zur 7. Klasse versuchten sich in diesem Jahr erstmals mit einer Eigenproduktion. »Spielfreude, Beweglichkeit und spürbares Engagement für ihre Aufgabe zeichnete die Mäuse in dieser Inszenierung aus«, konstatierte die Presse nach der Premiere. Außerdem erhielten Schüler einer 5. Klasse in einer Ganztagsschule in ihrer Schule die Möglichkeit, sich im Theaterspiel auszuprobieren.Auch beim Theaterjugendclub, der den älteren Schülern vorbehalten ist, stand eine Eigenproduktion im Mittelpunkt der Arbeit. Sie wandten sich der Frage zu: Was bewegt uns im Jahr 3010?Theaterpädagogin Claudia Göbel hatte für diese Produktion in wochenlanger intensiver Arbeit mit den Jugendlichen eine eigene Bild- und Körpersprache entwickelt. Auch in der „echten“ Spielzeit erwartete den Besucher kein Stück im herkömmlichen Sinne, sondern ein assoziatives Bühnengeschehen, in dem die jungen Spieler die erlernten Darstellungsformen und -absichten umsetzen. Zum Erfahrungsaustausch lud das TdA im Juni zum Schultheatertag ein. Fünf Schulen folgten der Einladung und zeigten ihre Arbeitsergebnisse vor, um sich im Anschluss von den Profis beraten zu lassen. Vier Mal folgten Lehrer unterschiedlicher Schultypen der Einladung zum Lehrerstammtisch. Besonders der Workshop zur theaterpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fand großen Anklang.
Anspruchsvolle Theaterunterhaltung Besonderes aus dem Spielplan des TdA
Die Romanfigur »Elling« wurde durch den Spielfilm weit über Skandinavien hinaus bekannt. Seit der Inszenierung des gleichnamigen Stückes im Rangfoyer des TdA haben auch die Theaterbesucher diese Figur lieben gelernt. Wegen der großen Nachfrage mussten mehrere zusätzliche Vorstellungen in den Spielplan aufgenommen werden.
Mit »Leonce und Lena« kam ein weiteres Stück von Georg Büchner am TdA zur Aufführung. Zwei junge Schauspielabsolventen gaben darin ihr Debüt: David Prosenc als Leonce und Frederike Duggen als Lena. Das Stück über die Sinnsuche junger Menschen fand gleichermaßen Zuspruch bei Kritik und Publikum und wurde für das Frühjahr 2009 zu den Landesbühnentagen nach Hof eingeladen.
Mit dem »Arzt wider Willen« erlebte endlich wieder eine Molière-Komödie ihre Aufführung. Der Gerberhof erwies sich dabei als ideale Spielstätte für diese Sommertheaterproduktion. Mit nahezu immer ausverkauften und tatsächlich - wie von Wunderheilers Hand - sogar bei vereinzelt starkem Regen gespielte Aufführungen erzielte „Der Arzt wider Willen“ eine Traumauslastung von 99%.
Theater für Kinder ... mit Theater kann man gar nicht früh genug beginnen
Die beiden Schwestern »Schneeweißchen und Rosenrot« eroberten die Herzen der Kinder im letztjährigen Weihnachtsmärchen im Sturm. Mit unglaublicher Spielfreude, einem phantasievollen Bühnenbild und zahlreichen Musikeinlagen wurde diese Inszenierung zu einem Hit für kleine und große Märchenfreunde.
Nicht zu Unrecht war es »der blaue Stuhl«, der sich jeweils am Ende der Vorstellung mit den Darstellern gemeinsam verbeugte. Denn er stand im Mittelpunkt der diesjährigen Kindergartenproduktion, bei der die Rechnung voll aufging: Nach ihrem etwa eine halbe Stunde dauernden Spiel, das mit wenig Worten und viel Phantasie auskommt, verließen die Schauspieler die Einrichtungen wieder und das Spiel der Kinder begann – nur mit Stühlen...
Zwei Schauspieler, ein rotes Lesesofa und ein paar Geschichten zu einem ausgewählten Thema, so lautet das Erfolgsrezept für die mittlerweile sehr beliebte Kinderlesereihe »Murkel-Geschichten«. Fünf Mal in der kalten Jahreszeit standen im theaterpädagogischen Zentrum die Türen zu diesem nachmittäglichen Lesevergnügen offen.
Kooperationen und Netzwerke Seit dem Beginn der »mutigen« Spielzeit 2004/2005 hat sich das TdA für zahlreiche Koproduktionen und Kooperationen geöffnet, um Stendal als wirtschaftlich-kulturelles Zentrum der Region weiterzuentwickeln und vor allem den Theaterstandort zu stärken und weiter zu vernetzen. Neben Verträgen im förderpolitischen Bereich wurden vor allem auch im künstlerischen Bereich und im Bereich der ästhetischen Bildung hier neue Maßstäbe gesetzt. Der in der Außenwirkung für die ganze Altmark wahrscheinlich wichtigste Beitrag war hier die Gestaltung der Eröffnungs- und der Abschlussveranstaltung des 28. Internationalen Hansetags in Salzwedel durch das Theater der Altmark. Das TdA hat inzwischen mit über vierzig Bildungsinstitutionen, Wirtschaftsunternehmen und sozialen Organisationen sowie anderen Kulturträgern Kooperationsvereinbarungen geschlossen und die verschiedensten Kooperationsprojekte initiiert. In der Spielzeit 2007/2008 ist vor allem der Wettbewerb »re-flect«, der die Integration von behinderten Menschen in künstlerische Prozesse fördert, hervorzuheben.Besonders stolz sind wir auf die Tatsache, dass es uns durch gezielte Kooperationen wieder gelungen ist, einen eigenen Musiktheater- und Konzert-Spielplan in Stendal zu realisieren und damit für das TdA eigentlich verloren geglaubte künstlerische Bereiche wieder zu erschließen.
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